Skoliosetherapie nach Katharina Schroth

„Scolios“ bedeutet krumm. Medizinisch gesehen bezieht sich das auf die krumme Wirbelsäule, die Rückgratverkrümmung.

Katharina Schroth, Erfinderin der gleichnamigen Skoliose-Therapie und selbst an Skoliose erkrankt, versuchte diese Wirbelsäulenverkrümmung bei sich selbst zu behandeln. Dabei entwickelte sie ein neues Konzept der Physiotherapie, die „Dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina Schroth“. Nach Schroth kommt es bei der Skoliose zu einer Verdrehung der Wirbelsäule als Folge der Seitbiegung. Die Verschiebung der Wirbelsäule verläuft nach drei Richtungen (Dimensionen) hin: nach vorn-hinten (sagittal), nach beiden Seiten (bilateral), nach oben-unten (longitudinal). Daher die Bezeichnung „dreidimensional“. Nach Schroth wird der Körper in drei Blöcke geteilt, die bei der Skoliose gegeneinander verschoben sind: Beckengürtel, Rippenkorb und Schultergürtel. In diesen Abschnitten muss auch die Korrektur des skoliotischen Körpers erfolgen. Durch Seitverschiebungen und Verdrehungen der einzelnen Rumpfabschnitte entstehen auch einige muskulär schwache Stellen.

Mit ihrer Behandlungsmethode führte Katharina Schroth neue Behandlungselemente in die Skoliosetherapie ein. Sie arbeitete mit der Atem- und Atemhilfsmuskulatur und entwickelte die sogenannte „Drehwinkelatmung“. Diese dient als Verstärker für die Wirbelsäulenkorrektur über die Rippen und hat weiterhin das Ziel, in die Haltungsregulation über das Haltungsempfinden korrigierend einzugreifen.

Ziel dieser Skoliosebehandlung ist es, alle von der Lotrechten abgewichenen Rumpfabschnitte zu entdrehen und wieder über den Schwerpunkt zu bringen, das heißt die statische Dekompensation wieder aufzuheben. Außerdem wird dabei angestrebt, die erreichte Haltungskorrektur muskulär zu festigen und dadurch Schmerzzustände zu beseitigen oder zu mildern.